„Hoffentlich werde ich auch mal den New York Marathon laufen“

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In diesem Beitrag haben wir unserem Homie Henrik mal ein paar nette Fragen zu seiner großen Liebe – dem Laufen gestellt. Viel Spaß!

1) Henrik, seit wann hast Du das Laufen für Dich entdeckt?

So ein bisschen gelaufen bin ich wohl schon immer. Ich habe knapp 12 Jahre Fussball gespielt, war da auch recht ehrgeizig. Habe dann irgendwann nach dem Abi nur noch Fitness gemacht und im Studium gemerkt, dass ich wieder ein bisschen aktiver werden könnte. Ich bin dann so 1-2x Woche kleinere Distanzen gelaufen. Erst als ich dann in Berlin 2012 Anschluss an eine Laufgruppe gefunden habe, habe ich das dann immer weiter gesteigert, bis heute.

2) Was ist für Dich das Faszinierende am Laufen?

Laufen ist so ziemlich der einfachste Sport der Welt, man braucht keine großartige Ausrüstung, kein langes Reinfinden um die Technik zu erlernen und kann es jederzeit und überall ausführen. Darüber hinaus ist es ein klasse Ausgleich zu Uni- oder Büroalltag, sodass ich es auch bei miesestem Wetter dann schaffe zumindest mal eine Stunde rauszukommen und frische Luft zu schnappen, auch wenn ich an diesem Tag ohne das Laufen kaum einen Fuß vor die Tür setzen würde.
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3) Wie bereitest Du Dich auf einen Marathon vor?

Wie wohl jeder andere auch, der seinen ersten Marathon läuft, habe ich mir vor meinem ersten Marathon fleißig einen 3-Monats-Trainingsplan ausgedruckt, diesen an die Wand gehängt und immer akribisch eingetragen. Da hat man dann einen Mix aus kürzeren schnellen und längeren langsamen Läufen und baut nach und nach Distanz auf.

Ich bin damals viel zu viel gelaufen, wollte mich immer weiter steigern und hatte viele kleine Wehwehchen, sodass ich den Marathon in Kopenhagen damals fast hätte gar nicht laufen können. Bin ihn dann aber doch mit Kniebandage gelaufen.
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Mich hat dieser Trainingsplan irgendwie unter Druck gesetzt und gestresst, sodass ich seitdem ohne Trainingsplan trainiere. Ich laufe sowieso immer 2-3x/Woche, dienstags immer 10km, am Wochenende dann bisschen weiter und in Vorbereitung auf Wettkämpfe dann noch einen Tag Intervalle oder kurze schnelle Einheiten. Einen weiteren Tag die Woche gehe ich nach wie vor ins Fitnessstudio, trainiere dort den gesamten Körper aber mit deutlich kleineren Gewichten als früher. Ich fahre zudem alle Wege des Alltags (zur Arbeit, zum Einkaufen etc.) mit dem Rad und am Wochenende auch gerne mal längere Ausfahrten mit dem Rennrad, was dem Training wohl auch nicht schadet. Speziell in der Marathonvorbereitung kommen dann noch 2-3 lange Läufe um die 30km und mehrere Läufe über 20km hinzu, was ich auf die 3 Monate vor dem Marathon verteile aber wie gesagt, ohne strengen Plan. Ich glaube die größte Kunst dabei ist immer die Lust am Laufen zu behalten, die kann in der Vorbereitung schnell mal flöten gehen.

4) Was isst du vor/während eines Wettkampfes/Marathons?

Bei der Ernährung bin ich wohl alles andere als ein typischer Läufer. Ich mache Sport vor allem damit ich alles essen und auch wenn ich Bock habe Bier trinken oder feiern gehen kann. Eine befreundete Laufcrew aus Copenhagen NBRO Running verwendet dafür so passend den Hashtag #runpartyrepeat , der ist mir sehr sympathisch.

Es ist schon so, dass ich die Woche vor dem Marathon möglichst keinen Alkohol und sehr viel Wasser trinke, paar Tage vor dem Marathon mehr Nudeln esse und auch vor dem Start möglichst rechtzeitig esse aber da gibt es tausend Theorien und am Ende muss jeder selbst bisschen herausfinden, womit er sich wohl fühlt.

5) Welche Schuhe / welches Schuhkonzept trägst du?

Da muss ich jetzt bisschen aufpassen, was ich sage weil wir uns beim Run Pack auf die Fahne geschrieben haben uns keiner Marke zu verschreiben und möglichst unabhängig zu bleiben aber ich laufe seit Jahren Nike Laufschuhe, für kurze Distanzen und Intervalltraining den Lunar Racer (flach und ohne Support) und für alles andere den Lunarglide (mit etwas Support) . Ich werde beim Berlin Halbmarathon im April aber mal in adidas laufen und bin darauf sehr gespannt.

6) Was für laufspezifische Übungen machst Du Zuhause?

Eine Übung die ich sehr regelmäßig zu Hause oder wir auch als Gruppe häufiger nach dem Laufen machen ist Planking oder auch Unterarmstütz. Dabei trainiert man vor allem den Bauch aber auch den unteren Rücken, Bereiche die zur Stabilität beim Laufen sehr wichtig sind. Ich hoffe, das liest jetzt kein Sportarzt und sagt das wäre alles Quatsch aber ich mag die Übung sehr gern und versuche das so 3x/Woche a 2 Sätze zu mindestens zu machen. Dann mache ich noch Kniebeuge und Wadenheben, beides kann man mit und ohne Gewichte recht unkompliziert machen. Beides mache ich vor allem um Verletzungen entgegen zu wirken.

7) Was war deine beste Zeit bei einem Marathon und möchtest du diese noch verbessern?

Aktuell ist 03:15 vom letzten Berliner Marathon meine beste Zeit und ja klar, man möchte sich in der Regel jedes Jahr ein bisschen verbessern. Aktuell bin ich 4 Marathon gelaufen, laufe dieses Jahr noch 2, wobei ich in Hamburg einen Freund auf 03:30 pacen werde. Wenn alles gut läuft, kann ich in Berlin im September dann nochmal 2-3 Minuten zum letzten Jahr rausholen, sodass wir uns Jahr für Jahr an die magische 3-Stunden-Grenze heranarbeiten.

8) Hattest du schon mal mit Verletzungen zu kämpfen? Bzw. wie beugst du Verletzungen vor?

Ich hatte mit 16-17 Jahren immer wieder Knieprobleme, weshalb ich dann irgendwann auch die Lust am Fussball spielen verloren habe. Vor dem ersten Marathon hatte ich dann wieder Knieprobleme, was aber eher eine Überlastung war. Wichtig ist meiner Meinung nach vor allem Pausen zu machen. Auch wenn man sich anfangs sehr schnell steigert und heiß ist, muss der Körper sich an das Laufen gewöhnen. Ich versuche zwischen den Läufen zumindest einen Tag zu pausieren, vor Wettkämpfen sogar länger. Für mich ist es dann noch wichtig alternativen Sport zu betreiben, wie Rennrad fahren, Fitness, evt Schwimmen. Das schützt vor Überlastungen und sorgt zudem dafür, dass die Lust am Laufen erhalten bleibt. Wenn ich kein Bock auf Laufen habe, brauche ich gar nicht an den Start zu gehen.

9) Du hast vor ein paar Jahren mit Freunden die Laufcrew Run Pack in Berlin gegründet. Um was geht es dabei?

Wir haben das vor drei Jahren mit einigen Freunden gestartet. Wir kannten uns weil wir uns vorher schon bei Nike Läufen getroffen hatten. Das wurde uns dann aber alles etwas zu sehr gebrandet und diktiert, sodass wir uns mehr und mehr separat getroffen haben. Dabei ging es natürlich nach wie vor ums Laufen aber uns war der Social Part bald noch wichtiger, sodass man danach auch noch gerne zusammensitzt, sich gegenseitig kennt und schätzt. Das wurde dann nach und nach größer und bekam den Namen „Run Pack Berlin“.

Wir sind heute knapp 100 Läufer, haben das Wachstum aber begrenzt und weiterhin die Prämisse dass wir eher Freunde von Freunden aufnehmen, sich alle in der Gruppe irgendwie kennen sollten und man sich auch regelmäßig blicken lässt. Wir sind heute zudem ganz gut mit anderen internationalen Laufcrews wie NBRO aus Kopenhagen, Running Junkies aus Amsterdam, Run Dem Crew aus London, Black Roses aus New York oder Parkdale Roadrunners aus Toronto verbunden. Das führt dazu, dass wir bspw. Events um den Berliner Marathon hosten, hierfür einen Warmup Run, eine Pasta Party und eine Afterparty organisieren, aber auch Schlafplätze für die internationalen Gäste stellen.runpack crew

Im Gegenzug reisen wir dann als Run Pack auch zu Läufen ins Ausland. Als nächstes fahren wir im Mai mit 30-40 Leuten zum Hackney Half nach London, der von Run Dem Crew gehostet wird.

10) Welchen Marathon bist zu bis jetzt gelaufen – welche möchtest du noch laufen?

Ich bin bisher Kopenhagen Marathon, Hamburg Marathon und zweimal Berlin gelaufen. Hamburg und Berlin laufe ich dieses Jahr noch einmal, freue mich aber auch schon sehr auf den Hackney Half in London. Nächstes Jahr werde ich dann sicher mal für einen Marathon reisen und irgendwann hoffentlich auch mal den New York Marathon laufen. Das wäre schon so ein heimlicher Traum ja.

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