I can I will – ja, am besten mit System und Köpfchen…

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„I can I will“

„Your body can stand almost anything.
It’s your mind that you have to convince.”

„It’s not about how bad you want it…it’s about how hard you’re willing to work for it“



Instagram, facebook, pinterest und Co wimmeln von “Motivations-Grafiken”, Quintessenz dabei oft “Hauptsache Gas geben!”

Auf der einen Seite ist dem zuzustimmen, endlich mal aufraffen und trainieren bzw. sich einfach mehr bewegen. Studien (hier oder hier) zum Thema Bewegungsmangel in westlichen Ländern und den damit in Verbindung stehenden Erkrankungen sind alarmierend. Nur noch vier von zehn Deutschen seien hierzulande im Alltag noch regelmäßig zu Fuß unterwegs.
Eine Studie US-amerikanischer Forscher zu den Lebensumständen über 90jähriger Männer deutet auf der Gegenseite an, dass regelmäßige körperliche Bewegung das Sterberisiko um fast ein Drittel verringert. Deshalb ist der Appell angebracht mehr zu tun und den eigenen Körper stärker zu fordern.

Der „beastmode“, den viele Profisportler fahren und dabei unglaublich beeindruckende Trainingspensen abspulen zweigt wie belastbar der menschliche Organismus ist und wie unterfordert er gleichzeitig im Prinzip mit unseren heutigen Lebensbedingungen ist. Das gilt oft auch für das Training, das in vielen Fitnessstudios und vor allem im Gesundheitsbereich gelehrt wird. Häufig sind die Reize zu schwach oder werden mit zunehmend besserem Trainingsstand nicht angepasst, so dass der Körper sich kaum noch anpasst und die Leistung – auf viel zu niedrigem Niveau – stagniert.

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Einblick in den Trainingsalltag eines ITU Triathlon Profis: Tim Don absolviert an seinen laufspezifischen Trainingstagen drei Laufeinheiten mit insgesamt ca. 30km wovon ca. 15-18km im Renntempo gelaufen werden



Doch auch das andere Extrem ist häufig zu finden. Trainingspläne werden angepriesen, die große Erfolge in kurzer Zeit versprechen und entsprechende „transformation“-Bilder parat haben.
Natürlich funktionieren viele dieser Pläne. Das Belastungspensum ist so hoch, dass der Körper zu extremen Anpassungen gezwungen ist und dementsprechend sind radikale „transformations“ möglich. Der Haken ist allerdings, dass nur ein Bruchteil der nach diesen Plänen Trainierenden den hohen Belastungen standhält und ans Ziel kommt. Überlastungsbeschwerden und –verletzungen, Übertraining in Folge von schlechter Pausensetzung, vom Individuum suboptimal gestaltete Regenerationsphasen etc. sind hierfür verantwortlich.

Und selbst bei den Menschen, die ans Ziel kommen und sich transformieren, gilt es stets zu hinterfragen, ob nicht in gleicher Zeit ein höherer Leistungsstand oder das gleiche Niveau in kürzerer Zeit hätte erreicht werden können.

In den in social media Kanälen und bei den Trainingsempfehlungen und –plänen, die darüber angepriesen werden, wird gern vergessen, dass hinter den harten Trainingskonzepten der Profis immer ein bis ins Kleinste ausgeklügelter Plan steckt und nicht einfach mehr oder weniger blind „Gas gegeben wird“. Das Training eines jeden Profis ist absolut systematisch und hochgradig individuell. Belastungen, die Art, der Umfang, die Stärke und die Pausengestaltung zwischen diesen sind streng geplant. Die Trainingsperiodisierung ist fein über Tage, Wochen, Monate und Jahre abgestimmt. Nur dadurch sind über die Jahre die enormen Spitzenleistungen möglich.

Wir möchten Dir in den folgenden Artikeln aufzeigen wie du sinnvoll Trainingsreize setzt, was dabei beachtet werden sollte, welche Methoden dir zur Verfügung stehen, wann du welche davon einsetzen solltest, wie du Belastungen und Erholung optimal aufeinander abstimmst und wie du dein Training periodisierst. Dadurch ist es dir möglich Rahmentrainingspläne wie du sie zu Hauf im Internet findest auch sinnvoll für dich zu nutzen, indem du in der Lage bist sie zu verstehen und für deine individuellen Bedürfnisse anzupassen. Dadurch wird es wesentlich wahrscheinlicher, dass du langfristig erfolgreich bist.
Mach mehr aus deinem Training, gib Gas, aber nutz dabei auch dein Köpfchen. Das nötige Grundlagenwissen versuchen wir dir in den nächsten Wochen in einer kleinen Artikelserie „Basics Trainingslehre“ zu vermitteln.

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